Geschichte unserer Kirche

Wieden hatte schon 1211 eine Kirche zum hl. Anton. In einer sehr alten Urkunde wird gemeldet vom „Gotzhawß von dem hailigen Gaiste enthalb der Wienne, enthalb der Prukh vor dem Kernerthor zu Wienn“.
Diese Kirche schenkte Leopold der Glorreiche den Rittern und Kaplänen vom Orden des hl. Geistes. In der ersten Belagerung wurde sie von den Türken im Jahre 1529 aber wieder gänzlich zerstört.
Da genannte Ritter und Ordenspriester fast zur Gänze zerstreut und ihre Gesellschaft aufgelöst war, wurden ihre Güter von dem Landesfürsten dem Wiener Bistum verliehen. 1651 wurde die erste Kirche vom damaligen Bischof Philipp Friedrich Grafen von Breuner, zu Ehren der heiligen Schutzengel eingeweiht.
Warum Schutzengel?
1621 wurde dieser Gedenktag für die ganze Kirche verbindlich vorgeschrieben. Brauchte man in Zeiten wie diesen (Dreißigjähriger Krieg) nicht „himmlische Fürsprecher“?
Bereits 100 Jahre später legte Kaiser Ferdinand II. im Jahre 1627 den Grundstein zur Kirche der Paulaner und dessen Sohn und Erbprinz den Grundstein zum Kloster derselben. Der Gesandte der spanischen Niederlande, Ambrosius de Renz, drängte Kaiser Ferdinand II., dem strengen Bettelorden der Paulanermönche eine Niederlassung zu gewähren, stellte dafür auch einen Grund und die finanziellen Mittel bereit. „Nach angefangener Erbauung der Kirche wurde im Jahre 1627 vom Kaiser Ferdinand II. selbst in Gegenwart des ganzen Hofstaates feyerlichst der erste Grundstein zur Kirche, von dem Kronprinzen Ferdinand aber zum Kloster gelegt. Der Kaiser beschenkte sie mit großen Freiheiten – vor andern allen aber enthob er sie von den zu entrichtenden Abgaben, sicherte ihnen laut feyerlich gefertigtem Diplom und Stiftsbrief vom Jahr 1629 jährlich 300 fl Gulden zu, welche Zusicherung und Beschenkung seine Nachfolger Ferdinand III. und Leopold I. im Jahr 1659 bestätigten und mit noch mehreren reichlichen Beyträgen vermehrten“ (nach der Festschrift von 1827) . 1683 wurden Kloster und Kirche vor den herannahenden Türken durch Graf Starhemberg zerstört – eine strategische Vorsichtsmaßnahme, damit nicht von den hohen Gebäuden in die Stadt hineingeschossen werden konnte.
Nach 1683 begann der Wiederaufbau von Kloster und Kirche der Paulaner. Die Kirche wird im frühbarocken Stil errichtet – ist damit ein Ausdruck der wiedergewonnenen katholischen Identität. Architekt und Baumeister sind nicht bekannt. Auf einem Stich von Salomon Kleiner 1721 – er ziert unsere Gemeindenachrichten – ist nur ein Mitteltor zu erkennen; Ein Zeichen, daß unsere Kirche eine Klosterkirche war.